Vorerst kein Kiesabbau in Seeon

Vorerst kein Kiesabbau am Bansee

Seeon-Seebruck, den 14.07.2020 – Der geplante Kiesabbau der Sebastian Riedel GmbH auf dem Gelände der Reitanlage Grünweg ist vorerst gestoppt. Nach Gesprächen zwischen Gemeinde und Landratsamt wurden weitere Prüfungen für dieses Vorhaben beschlossen.

Bereits bei der Gemeinderatssitzung am 6. Juli kochten die Emotionen hoch, als über die vom Landratsamt übermittelte Genehmigung zum Kiesabbau am Bansee informiert wurde. Auf dem Grundstück nördlich des Verbindungswegs, der von Grünweg nach Pavolding führt, soll in einem ersten Bauabschnitt auf einer Fläche von ca. 5.000 m² Kies abgebaut werden. Auf einem südlich davon gelegenen Grundstück soll in einem zweiten Bauabschnitt auf einer Fläche von 1,4 ha Kiesabbau stattfinden. Die Genehmigung sieht vor, dass die Kiesgrubenflächen anschließend wiederverfüllt und rekultiviert werden. Die beiden Grundstücke grenzen östlich an den Bansee an. Dort besteht bereits seit den 60er Jahren eine kleinere Kiesabbaufläche.

Sowohl Zuschauer als auch Gemeinderäte äußerten sich kritisch über das jetzt genehmigte Vorhaben, das der frühere Gemeinderat bereits im Januar 2018 abgelehnt hatte. Zumal die Gemeinde zwischenzeitlich zur Lenkung derartiger Vorhaben und zugleich zur Schonung der Natur und des Landschaftsbildes sogenannte Vorrangflächen für Kiesabbau plant. Bürgermeister Martin Bartlweber betont erneut, wie wichtig dieser Beschluss ist: „Nur mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen für den Kiesabbau ist es uns möglich, zukünftige Anträge im Sinne der Gemeinde zu steuern. Nur so haben wir es selbst in der Hand und verhindern, dass Kiesabbau an unerwünschter Stelle genehmigt wird.“

Nicht nur zahlreiche Gemeindebürger, sondern auch Vertreter aller politischer Fraktionen des Gemeinderates haben sich in den vergangenen Wochen dafür stark gemacht, dass das umstrittene Kiesabbauvorhaben nicht in der jetzt genehmigten Form durchgeführt wird. So wies Gemeinde- und Kreisrat Josef Daxenberger Herrn Landrat Siegfried Walch in einem persönlichen Gespräch eindringlich auf die besondere ökologische Bedeutung des Bansees hin. In gleicher Weise bekräftigte Bürgermeister Martin Bartlweber die erheblichen naturschutzrechtlichen Bedenken gegenüber Landrat Walch. Schon zuvor hatte er Gespräche mit Naturschutzverbänden, Anwohnern und weiteren Interessenvertretern über die befürchteten Negativwirkungen des Projektes für Mensch und Natur geführt.

Das Landratsamt hält es nach alldem für erforderlich, das Kiesabbauprojekt und dessen Auswirkungen nochmals genau abzuwägen. Alle Aspekte des geplanten Vorhabens, einschließlich der Konsequenzen für die Natur und das Landschaftsbild werden einer neuen Prüfung unterzogen, sodass die erteilte Genehmigung derzeit nicht zur Umsetzung kommt.

 Martin Bartlweber ist stolz auf diese konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde: „Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern sowie den politischen Vertretern unserer Gemeinde, die sich mit viel Energie und Herzblut für den Erhalt der Flächen am Bansee und damit für unsere Heimat eingesetzt haben und dies auch weiterhin tun werden. Sie alle sind maßgeblich daran beteiligt, dass dieses Projekt jetzt erneut überdacht wird.“