2. Preis, Aichner-Kazzer Architekten, München

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2. Preis

Aichner-Kazzer Architekten
Martin Aichner, Dipl. Ing. Architekt
Schillerstr. 40c, 80336 München
www.aichner-kazzer.de

Micheller und Schalk Landschaftsarchitekten
Günter Schalk, Dipl. Ing. Landschaftsarchitekt
Wörthstr. 18a, 81667 München

Mitarbeit Architektur
Elvira Sommer, Architektin, Stephan Wollmershäuser,
Philipp Bungartz, M.Sc.Arch.

Mitarbeit Landschaftsarchitektur
Matej Krivan, Ing.Arch.

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Der langgestreckte, dreigeschossige  Baukörper mit Satteldach ist im nördlichen Bereich des Grundstücks situiert und fügt sich mit seiner Ost-West-Ausrichtung  harmonisch in die Umgebungsbebauung ein.  Das kompakte Gebäude lässt mit seiner geringen Grundfläche genügend Spielraum zur Gestaltung des Außenbereichs.

Die Tourist-Information ist nach Osten in Richtung Ortszentrum, der Eingang des Verwaltungsbereiches nach Süden zum neu geschaffenen Rathausplatz orientiert, durch Rücksprünge in der Fassade sind sie deutlich als Eingangsbereiche  wahrnehmbar.  Dem Eingang des Rathauses  angeschlossen ist ein großzügiges und gut belichtetes Foyer, von wo aus auch die Tourist-Information mühelos erreichbar ist. Gelungen erscheint auch die Anordnung der Büros beidseitig angeordnet an einen durchgehenden, gut belichteten Mittelflur, der gleichzeitig zur Erschließung der Obergeschosse dient.  Diese Raumqualität geht im Bereich des 2. Obergeschosses verloren, zu hinterfragen ist auch die zugunsten der Leitungsführung eingezogene Deckenkonstruktion. Die Variabilität des Trauungszimmers  ist positiv zu erwähnen, hingegen erscheint die Teeküche im Anschluss an den Sitzungssaal aus funktionalen Gründen und aus brandschutztechnischer Sicht ohne Abtrennung nur bedingt geeignet.

Die Fassadengestaltung spiegelt die Funktion im Inneren in angemessener Weise wider, die Befensterung des Sitzungssaals erscheint hingegen zu formalistisch und durchbricht das Grundprinzip der Lochfassade in zu dominanter Weise.

Als Fassadenkonstruktion ist eine Stahlbetonkonstruktion mit Wärmedämmverbundsystem gewählt, diese erscheint hinsichtlich der Angemessenheit der Materialität eines öffentlichen Gebäudes als zu beliebig und ist gründlich zu hinterfragen. Auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit erscheint diese Fassade frag- und verbesserungswürdig. Die Konstruktion des Gebäudes lässt auf eine gute Wirtschaftlichkeit schließen, die Kompaktheit des Gebäudes macht es energieeffizient.

Die topographische Situation wird im Außenraum behandelt. Durch die ca. 1 m hohe Stützmauer zum Parkplatz können die beiden Gebäudezugänge barrierefrei auf gleicher Höhe angeschlossen werden. Die westseitige Erschließung ist über eine Rampe von 5,5 % Steigung behindertengerecht ausgebildet. Die Erschließung von Süden bleibt chiffrenhaft, hier wird in jedem Fall eine geneigte Fläche entstehen. Die Bestandsbäume hier können wahrscheinlich erhalten werden. Die Touristen-Information wird auf der Ostseite zusätzlich an den bestehen Weg vom Ort angeschlossen. Durch die Gebäuderücksprünge und die Überdachungen bei beiden Eingängen entstehen zwei kleine Vorplätze, die gut nutzbar sind. Die fußläufige, barrierefreie Verbindung zwischen Kirche und Aussegnungshalle ist nicht dargestellt. Der neu angelegte Parkplatz mit zwei Zufahrten von der Römerstraße ist in dieser Form gut realisierbar. Angaben zu Materialität und Pflanzungen im Außenraum fehlen.

Insgesamt stellt  der Wettbewerbsbeitrag einen durchaus gelungenen Entwurf  dar, der der Aufgabenstellung in vielen Bereichen in überzeugender Art und Weise  gerecht wird.