1. Preis, abp-Architekten, München

1007  /  081723

1. Preis


abp-architekten
Edgar Burian, Dipl. Ing. Architekt
Thomas Pfeiffer, Dipl. Ing. Architekt
Spicherenstr. 6, 81667 München
www.abp-architekten.com

Uta Stock-Gruber, Landschaftsarchitektin
Kugelpoint, 84172 Buch

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Das Gebäude mit seiner auffälligen polygonalen Grundriss- und Aufrissform fügt sich städtebaulich jedoch erstaunlich angenehm und selbstverständlich in das gewachsene Umfeld ein. Durch die gebrochenen Fassaden wird die Gebäudelänge optisch reduziert. Ein interessantes Licht- und Schattenspiel wird das Erscheinungsbild zudem aufwerten.

Die von Süden angelegte Haupterschließung von Foyer und Touristeninformation über die vorgelagerte Terrasse öffnet diese Räume in Richtung See und wird zu einer hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Es wird ein großzügiger kommunikativer und vor allem multifunktional nutzbarer Eingangsbereich entstehen.

Die behindertengerechte Erschließung wird in vorbildlicher Art und Weise über die z.T. unter dem Gebäude angeordnete Parkierung nachgewiesen.

Das Gebäude ist als kompakte 2-bündige Anlage konzipiert. Besonders positiv ist die Anordnung von Sitzungssaal, Bürgermeister- und Trauungszimmer im 1.OG mit Südausrichtung und Seeblick hervorzuheben. Eine sehr positive Arbeits- und Gesprächsatmosphäre ist hier zu erwarten. In diesem Zusammenhang wäre der Tausch von Geschäftsleitung und Registratur sowie die Weiterführung der Flure bis zur Fassade wünschenswert. Der Sitzungssaal weist zudem eine besondere Raumform in Grund- und Aufriss auf, mit vielfältigen Ein- und Ausblicken u.a. vom Wartebereich und dem Flur im 2.OG. Ebenso ist die Blickbeziehung des Flurs im 2. OG über das Glasoberlicht hervorzuheben. Diese Großzügigkeit geht jedoch zu Lasten des Brandschutzes. Der notwendige Flur kann nicht für alle Bereiche nachgewiesen werden.

Hinsichtlich der Nachhaltigkeit ist festzustellen, dass das Gebäude aufgrund seiner Kompaktheit und der Materialwahl niedrige Energieverbrauchs- und Unterhaltskosten erwarten lässt.

Die Arbeit setzt sich mit der topographischen Situation auseinander und formuliert eine gut 2 m über dem anschließenden Gelände liegende Vorzone vor dem Eingang zum neuen Rathaus. Notwendige Absturzsicherungen sind nicht dargestellt. Als Bezugshöhe wird die Höhenlage der Aussegnungshalle angenommen. Dieser Höhenfestlegung ist geschuldet, dass die barrierefreie Erschließung sehr weit nach Osten rückt und der Platz von der Straße abgetrennt wird. Insgesamt  sollte die Höhensituation überprüft werden. Die notwendige und geforderte Anbindung an die Aussegnungshalle ist nicht dargestellt. Der barrierefreie Zugang über die Tiefgarage von der Westseite ist gut gelöst. Durch die Setzung des Baukörpers kann nur ein Bestandsbaum erhalten werden. Die Baumstellung entlang der Römerstraße wirkt unentschieden und ist zu überdenken. Der Obstgarten fällt den Stellplätzen zum Opfer und muss neu gepflanzt werden.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Arbeit insbesondere aus städtebaulichen Gründen einen besonders guten Beitrag zur Lösung der Wettbewerbsaufgabe darstellt.