Fraueninsel

»Ein Ufer, wo Frieden und Feierabend sich tiefer ins Herz senken,
als irgendwo in der Welt«

Ludwig Thoma über die Fraueninsel


Die Insel Frauenchiemsee, auch und vor allem von den Einheimischen fast immer Fraueninsel genannt, ist zusammen mit den beiden anderen Chiemseeinseln mit ca. 300 Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden Bayerns und für ihre landschaftliche Einzigartigkeit, ihre Gastlichkeit und die Räucherfischspezialitäten bekannt. Die Insel ragt bis zu 8 m über dem Seespiegel heraus, ist 12 ha groß und in 20 Minuten auf bequemem Uferweg zu umgehen. Sie ist mit über 50 Häusern und ca. 200 Einwohnern sehr dicht besiedelt. Etwa ein Drittel der Gesamtfläche bedeckt der Klosterbereich. Die Fraueninsel ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Insel und deshalb nur mit dem Schiff erreichbar (ganzjährig).

Kloster Frauenchiemsee

Der letzte Agilolfinger Herzog Tassilo III. gründete um 766 auf der zweitgrößten Chiemseeinsel ein Nonnenkloster. In der Karolingerzeit wurde es Reichsstift, Irmengard, eine Tochter König Ludwigs des Deutschen, fungierte als Äbtissin. Nach der Auflösung in der Säkularisation richtete Ludwig I. wieder ein Benediktinerinnenkloster ein. Die Nonnen betreuen heute mit ihrem Kloster ein gefragtes Tagungszentrum. Ein Juwel ist das um die 1. Jahrtausendwende erbaute romanische Münster, die Klosterkirche. Die erst in den 50er Jahren wieder entdeckten, um 1130 geschaffenen hochmittelalterlichen Fresken an der Süd- und Nordwand im Inneren suchen ihresgleichen. Sie stellen Christus und die Propheten dar und gelten als bedeutendstes erhaltenes Denkmal der großen Salzburger Freskomalerei aus der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts. In der nahe gelegenen karolingischen Torhalle, einem der ältesten erhaltenen Bauwerke Bayerns, ist ein schon um 860 gemalter Engelszyklus zu bewundern, Fresken von singulärer Bedeutung.
Gottesdienstzeiten im Münster
Samstag 18.00 Uhr und Sonntag 9.30 Uhr

Torhalle Frauenchiemsee

Bummeln Sie durch das Dorf mit der mächtigen Klosteranlage auf der autofreien Fraueninsel. Die Torhalle ist der älteste Hochbau Süddeutschlands. Im Agilolfinger- und Karolingermuseum sind Wandmalereien zu besichtigen. Fresken aus der späten Karolingerzeit (um 860). Die Michaelskapelle mit kunsthandwerklichen Objekten aus der Karolingerzeit. Im Vikarhaus jährlich wechselnde Gemäldeausstellungen.